DRESDEN WILL DEN BAUTURBO UMSETZEN
Dresden möchte den dringend benötigten Wohnungsbau mit dem „Bauturbo“ des Bundes deutlich beschleunigen. Bis 2035 werden laut Prognose rund 21.000 neue Wohnungen benötigt, im Schnitt etwa 1.900/Jahr. Getrieben durch das Wachstum der Chipindustrie liegt der Bedarf bis 2030 sogar bei rund 2.300 Wohnungen p.a. und danach bei etwa bei 1.440 Einheiten. Zwar stehen rechnerisch ausreichend Bauflächen zur Verfügung, doch ist der Neubau von zuvor rund 2.300 Wohnungen p.a. (2016–2022) jüngst auf etwa 1.700 zurückgegangen – vor allem wegen hoher Bau- und Finanzierungskosten sowie langwieriger Genehmigungen. Der befristete Bauturbo im Baugesetzbuch soll hier mit einer Genehmigungsbeschleunigung ansetzen.
Künftig sollen Projekte bis 1 ha Fläche durch Oberbürgermeister bzw. Verwaltung entschieden werden, größere Vorhaben verbleiben beim Stadtrat. Ab 2.400 m² Wohn-Geschossfläche ist ein städtebaulicher Vertrag mit 15–30% gefördertem Wohnraum verpflichtend, der Baubeginn muss binnen drei Jahren erfolgen. Ausgenommen sind Vorhaben entgegen dem Flächennutzungsplan oder in Gewerbe- und Industriegebieten. Ergänzend setzt die Stadt auf digitale Bauanträge und flächensparende, mehrgeschossige Bauweisen. Politisch findet der Bauturbo breite Unterstützung, zugleich wird betont, dass Baukultur, Innenstadtlagen und soziale Belange gewahrt bleiben und der Effekt nur greift, wenn Baukosten sinken und der soziale Wohnungsbau stärker gefördert wird.